Ich habe mir wirklich überlegt, ob ich dazu etwas schreiben soll, da es bereits viel darüber gibt und jeder weiß, was gesunde Ernährung bedeutet. Da ich aber meine persönlichen Erfahrungen mit euch teilen möchte, war es mir wichtig, das eine oder andere dazu zu sagen.

In einigen Artikeln habe ich bereits darüber geschrieben, dass Supplements in den letzten Jahren wichtiger und immer beliebter werden. Das zeigt wiederum auch, dass sich viele Menschen mit dem Thema beschäftigen und sich darüber Gedanken machen. Aus meiner Sicht ein positives Zeichen, dass Menschen ihr Wohlbefinden und ihre Gesundheit im Alter zunehmend am Herzen liegt und dass sie aktiv etwas dafür unternehmen wollen.

Dass sich nur durch unsere Nahrung nicht alles perfekt abdecken lässt, wie vor noch ein paar Jahren, zeigen Statistiken bzgl. der Veränderungen des Nährstoffgehalts in vielen pflanzlichen Lebensmitteln. Es gibt klare Hinweise darauf, dass der Nährstoffgehalt (vor allem Mikronährstoffe wie Mineralstoffe und bestimmte Vitamine) in vielen pflanzlichen Lebensmitteln, insbesondere bei Obst, Gemüse und Getreide, über die letzten 50–70 Jahre in Teilen abgenommen hat. Es ist kein dramatischer Rückgang, der uns alle zwangsläufig mangelernährt, aber aus meiner Sicht sollte man das im Auge behalten und sich bewusst sein, dass hier das eine oder andere Supplement vielleicht eine gute Wahl ist.

Das Wenigerwerden der Mikronährstoffe hat viele verschiedene Gründe. In der heutigen Zeit und der globalen Wirtschaft haben wir jederzeit Zugang zu nicht saisonalen Lebensmitteln, wie Erdbeeren, und Avocados das ganze Jahr und Tomaten aus Spanien oder Marokko. Früher aß man, was gerade wuchs, saisonal und regional, oder einfach direkt vom Feld. Pflanzen reiften in ihrem natürlichen Rhythmus und unter optimalen Bedingungen. Heute werden viele Lebensmittel für den Weltmarkt optimiert und müssen transporttauglich sein (feste Schale, lange Haltbarkeit), früh reifen, große Erträge bringen und vor allem überall gleich aussehen, ohne jeden Makel. Die große Auswahl und Verfügbarkeit machen uns reich an Auswahl, aber auf Kosten der Nährstoffdichte. Ein anschauliches Beispiel aus meinem Alltag sind Heidelbeeren. Schaut man sich Kulturheidelbeeren gegenüber den Wildheidelbeeren an, kann man allein schon sehr gut den Größenunterschied sehen. Auch geschmacklich und inhaltlich unterscheiden sie sich deutlich. Wildheidelbeeren sind kleiner, aber deutlich reicher an Mineralstoffen und richtige Anthocyan-Bomben. Auch im Januar können wir auf Erdbeeren zurückgreifen oder auch auf anderes nicht saisonales Obst. Meistens sehr groß, viel Masse, aber eben kaum Geschmack. Wir bekommen mehr Volumen, aber weniger von dem, was wirklich zählt.

Warum haben unsere Lebensmittel weniger Qualität?

Ein großer Faktor ist die intensive Landwirtschaft, die Nutzung der Böden und der Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln. Das hat zur Folge, dass die Böden sich nicht mehr richtig erholen und der Nährstoffgehalt im Boden sinkt. Dadurch bilden die Pflanzen keine tiefen und weitverzweigten Wurzeln und kommen nicht in tiefere Erdschichten, um z.B. das Mineral Silizium aufzunehmen. Auch über die Düngung bekommen die Pflanzen nur einen Bruchteil der natürlichen Mineralien aus dem ursprünglichen Boden und werden damit nur größer und reich an Wasser und Zucker, aber mit weniger Mineralien und Mikronährstoffen. Durch längere Transportwege werden Obst/Gemüse beispielsweise, früher geerntet und reifen künstlich nach. Das hat zur Folge, dass sie weniger Sonne tanken und somit nicht ihren vollen Vitamingehalt ausbilden. Durch die Transportwege und lange Lagerzeiten gehen wiederum Nährstoffe verloren.

Ein weiterer Punkt ist das Thema Fisch: Eigentlich gesund, aber heute etwas komplizierter. Lange galt Fisch als eines der gesündesten Lebensmittel. Besonders fettreiche Sorten wie Lachs, Makrele oder Sardinen liefern wertvolle Omega-3-Fettsäuren, hochwertiges Eiweiß und wichtige Mineralstoffe (Jod, Selen, Phosphor). Doch in den letzten Jahren ist das Thema deutlich komplexer geworden. Gründe dafür sind unter anderem Umweltbelastungen, Schwermetalle, Mikroplastik und die zunehmende Überfischung der Meere. Auch die Aquakultur (Fischzucht) löst die Probleme nicht (Antibiotikaeinsatz, Umweltbelastung, Fischmehl und Parasiten) und wenn man sich darüber Dokumentationen anschaut, sieht man leider auch nichts gutes.

Für mich persönlich ist das ein wichtiges Thema und deshalb greife ich bei Omega 3 auf hochwertige Supplements zurück, statt regelmäßig Fisch zu essen. Das bedeutet nicht, dass Fisch grundsätzlich ungesund ist, aber Herkunft, Qualität und Nachhaltigkeit spielen heute eine deutlich höhere Rolle als noch vor ein paar Jahren. Ich denke, vieles ließe sich in Einklang mit der Natur lösen, wenn langfristige Verantwortung wichtiger wäre als kurzfristige Gewinne.

Überernährt, aber unterversorgt

Wenn man sich mit den Themen beschäftigt und sich die ganzen Videos, Podcasts und Artikel anschaut, gibt es viele Meinungen und sehr viele verschiedene. Die einen verteufeln Fett, die anderen Kohlenhydrate, und mal ist Fleisch oder Zucker das Problem. Viele Diskussionen drehen sich um einzelne Nährstoffe, doch ich denke, das Hauptproblem ist eher das Ernährungsmuster. Studien kommen zu dem Ergebnis, dass eine ungesunde Ernährung zu den größten vermeidbaren Gesundheitsrisiken gehört. Wenn man sich große Gesundheitsstudien anschaut, fällt ein Muster auf: Viele sogenannte Zivilisationskrankheiten sind besonders stark in Ländern verbreitet, in denen die typische westliche Ernährung dominiert.

Typische Muster der westlichen Ernährung sind zum Beispiel:

  • zu wenig Obst und Gemüse
  • zu wenig Vollkornprodukte
  • zu wenig Proteine
  • zu wenig Ballaststoffe
  • zu wenig Omega-3-Fettsäuren

Gleichzeitig ist der Anteil an hochverarbeiteten Lebensmitteln stark gestiegen. Diese Produkte sind oft sehr energiereich, aber vergleichsweise arm an Mikronährstoffen. Wir bekommen schnell genug Kalorien, aber nicht immer die Nährstoffe, die wir eigentlich benötigen. Das erklärt, warum das Thema Nahrungsergänzungsmittel immer präsenter wird. Viele Menschen versuchen damit etwas auszugleichen, was in der täglichen Ernährung verloren gegangen ist.

Die eigentliche Lösung liegt dabei aber nicht nur in 1–2 Kapseln, sondern darin, dass wir wieder mehr von dem essen, was lange Zeit selbstverständlich war: echte, möglichst unverarbeitete Lebensmittel.

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Hinweis: Meine Artikel basieren auf meinen persönlichen Recherchen und Erfahrungen. Sie sind als Inspiration gedacht und ersetzen keine professionelle medizinische Beratung oder Diagnose.

Mein persönliches Fazit

Meine Sicht auf Nahrungsergänzungsmittel hat sich über die Jahre sehr verändert. Erst dachte ich, sie wären unnötig, anschließend war ich der Meinung, sie seien die Lösung für alles. Heute weiß ich: Die Wahrheit liegt, wie so oft, irgendwo dazwischen. Eine gute und gesunde Ernährung, tägliche Bewegung, ausreichend Schlaf und ein gutes Mindset bleiben für mich die Basis für ganzheitliche Gesundheit. Aber wir leben auch in einer Realität mit wenig Sonne, viel Bildschirmzeit und nicht immer perfekter Ernährung.

In dieser Welt können einige wenige Supplements tatsächlich sinnvoll sein. Nicht als Wundermittel, sondern als das, was sie eigentlich sein sollten: eine Ergänzung.


Jetzt seit ihr gefragt! Wie geht ihr mit diesem Thema um? Nehmt ihr aktuell Nahrungsergänzungsmittel? Welches Supplement nehmt ihr aktuell regelmäßig? Lasst gerne einen Kommentar da, ich freue mich auf eure Meinungen und Erfahrungen.

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